Lebenswege Initiationen und Körperentpanzerung mit Anke Mrosla

Lebensweg - Anke Mrosla

Begleitung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Die Lebenswege sind eine Heilpraxis für Somatic Experiencing nach Peter Levine, Traumatherapie, Körperentpanzerung mit der Methode der Prozessorientierten Körpertherapie und Lebensberatung, sowie Übergangszeremonien und Übergangsriten. Ausserdem sind sie Schulungsort für schamanistisches Wissen in der Tradition der Rattlesnakeschule der Twisted Hairs.


Newsletter Nr 41 Winter 2023

Newsletter Nr 41


Liebe Interessierte, Freunde und Entpanzerte

Der Winter steht vor der Tür. Die Weihnachtstage nahen und ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende. Wie habe ich mich bewähren können, angesichts der vielen persönlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen? Was braucht es eigentlich, damit ich mich der überwältigenden Vielfalt der Meinungen, Ideen und Möglichkeiten meines Lebens stellen kann? Wir, die wir zu den Glücklichen zählen, weil wir in weitgehend sicheren Umständen leben, denen weder Krieg noch Hunger droht, die wir an so vielen Stellen die Wahl haben, wie bewältigen wir die Herausforderungen der darin liegenden Freiheit? 
In den letzten Wochen bin ich im Zusammenhang mit diesen Themen auf den Begriff der Komplexität gestoßen. Komplexität ein bisschen tiefer zu verstehen und in unserem Alltag auszuhalten, scheint mir eine der zentralen Eigenschaften zu sein, die es für die Aufrechterhaltung eines ruhigen Geistes zu entwickeln gilt. 
Komplexität ist ein entscheidendes Merkmal unserer Zeit und Gesellschaft. Alle weltumspannenden Probleme, globale Ungerechtigkeit, Klimaschutz, scheinbar nicht regulierbare Finanzmärkte, politische Verunsicherung und die Krise der Demokratien, um nur einige zu nennen, haben ihre Ursache in der unüberschaubaren Komplexität der Systeme, aus denen sie hervorgehen.

Komplexität ist laut dem Systemtheoretiker Niklas Luhmann definiert als „Die Einheit einer Vielheit“. Es geht dabei immer um viele Faktoren oder Elemente, die miteinander in einem nichtlinearen, sich selbst organisierenden und dabei stetig lernenden und sich verändernden Verhältnis stehen. Diese und andere Eigenschaften komplexer Systeme stehen einem Wunsch entgegen, der sich in der letzten Dekade, spätestens seit den durch die Corona-Debatte ausgelösten Verwerfungen in der Gesellschaft immer mehr Raum verschafft: Dem Wunsch nach einfachen Antworten. Polarisierung und Vereinfachung entsteht immer da, wo wir uns außerstande sehen, die Komplexität einer Thematik in uns zu hüten und der Tatsache standzuhalten, dass es keine einfachen Lösungen (mehr) gibt.

Der Druck auf Herz, Geist und Seele jedes Menschen - der durch das Glück der Geburt in relativer Freiheit und ausreichendem Wohlstand lebend, überhaupt die Freiräume hat sich mit diesen Fragen zu beschäftigen - ist immens und bringt oft das innere Gleichgewicht auch auf ganz persönlicher Ebene ins Wanken. Wie können wir uns den großen Problemen sinnvoll zuwenden, wenn wir schon von der Komplexität und Widersprüchlichkeit unseres individuellen Lebens überfordert sind? 

Wie wäre es also, wenn wir unser persönliches Leben als eine Schulung im Umgang mit Komplexität begreifen könnten? Wenn wir lernen würden auf der Beziehungsebene, in unseren beruflichen Kontexten und in der Folge auch beim Blick in die Welt, die verschiedenen Elemente und Faktoren mit einem umfassenderen Blick zu betrachten?  Ich vermute, wir würden weniger schnell urteilen. Die Linie zwischen richtig und falsch würde differenzierter werden und mehr einer Küstenlinie gleichen, als einem geraden Strich. Wir würden Mitgefühl entwickeln für unsere menschliche Begrenztheit zu verstehen und zu erfassen, was hinter dem ersten Anschein der Dingen liegt. Und wir würden in den Bereichen, in denen sich unsere Aufmerksamkeit, unser Interesse bündeln und in denen wir uns wirklich und langfristig engagieren, langsam aber sicher fundiertes und komplexes Wissen ansammeln. Mit Herzkraft und einer grundsätzlichen Güte angereichert, könnten wir so zu Weisheit gelangen. 

Für die weitergehende Beschäftigung mit dem Thema Komplexität und Weisheit verweise ich auf die Literaturempfehlung weiter unten.

Ich wünsche uns allen einen gelassenen und herzoffenen Jahreswechsel, Gesundheit und Humor, Hoffnung, Glück und den Mut, in einer komplexen Wirklichkeit nach Harmonie zu streben.

AM

Mein besonderes Angebot

Wenn es an Freude mangelt: Die Winterzeit ist für viele Menschen eine besondere Herausforderung. Die dunkle Jahreszeit bringt oft verstärkt die Seiten in uns hervor, die sich nach Depression und fehlender Lebensfreude anfühlen. Was kann uns unterstützen, unsere Tage auf das Erleben von Freude auszurichten und den Momenten der Leichtigkeit mehr Beachtung zu schenken?

Begleitung bei der persönliche Erkundung

3 Plätze für je 1,5 Std zum Preis von je 80 statt 120 Euro

Termine nach Vereinbarung

Literaturhinweis: Gert Scobel: Weisheit: Über das was uns fehlt

Der Journalist, Autor, Philosoph und Fernsehmoderator beschreibt in diesem Buch welchen Einfluss Weisheit in unserem Leben, in Staat und Gesellschaft haben könnte wenn sie nicht so schmerzlich unterrepräsentiert wäre. Er beschreibt, dass Weisheit eine Qualität ist, die wir erwerben können um mit den komplexen Systemen und Wirklichkeiten der modernen Welt umgehen zu lernen. Das Buch liefert einen Einblick in die verschiedensten naturwissenschaftlichen Arenen und wie sie sich dem Begriff der Weisheit nähern und wagt es, Weisheit als eine erstrebenswerte Qualität auch in Wirtschaft und Politik einzuladen.

Es ist ein dichtes und nicht so ganz nebenbei zu lesendes Buch. Die zeitgeschichtlichen, politischen Hintergründe im Erscheinungsjahr 2008, die im ersten Kapitel eingehend betrachtet werden sind interessant, aber auch nicht ganz unermüdend.

Ich finde es eine anregende und den Blick weitende Lektüre, die mich dazu einlädt, selbst nach Weisheit zu streben. Daneben mag die Lektüre ist auch eine gute Kur gegen allzu einfache oder polare Antworten auf diffizile Fragestellungen sein.

Mit herzlichen Grüßen

Anke Mrosla


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